Weihnachtsgedudl
Dieset Jahr war ich drauf am waatn gewesn – aba et kam nich! Wat war los mit Last Chrissmess? Sonz konnt et ja nich schnell genuch gehn, bis eina damit amfing, dat im Radio zu dudln. Aba dieset Jahr hab ich et kaum gehört! Stattdem so viel andret Gesäusl. Is Sie ma aufgefalln, dat getz jeda Popstar ein eignet Weihnachtsliedken hat? Und et wern ständich mehr. Wenn die alle gespielt wern wolln, müssn andre halt waatn. Is klar, ne?
Die Tage hab ich bei ne Kundin geputzt, die hatte auf der ihrn Laptop so ein Programm, mit dem man sich sein eignen Weihnachtssong zusammenbastln konnte. Man musste sich nur ‘n Musikstil aussuchn und ’n paar beliebiche Begriffe eingehm – und dann ham die Heinzlmännkes im Hintergrund wat schönet draus gemacht. Nee, Quatsch, heute macht sowat ja die KI! Und ich sach Sie: nach drei Minuten konnte ich dann hörn, wie der Kallleinz aufm Schlittn im Teckno-Beat durch die Pampa rockte … Dat war zu komisch!
Danach hab ich auch ma mehr auf die Texte drauf geachtet – also so, wie et mein Englisch zulassn tut. Und da gab et reichlich von sämtlichet Gesülze. Liebe, Friedn, Glück, Familie und wat weiß ich noch. Die arm Renntiere werdn ma widda völlich vaheizt! Wat sacht eintlich der Tierschutz dazu? Ja sachma. Bloß wer diesa Klaus is, von dem die da imma sing, dat hab ich nonnich rausgefundn. Und dann noch Küsschn untam Mistlzweich! Wie ich den Kallleinz davon erzählt hab, hat der nua gemeint, so’n neumodischet Zeuch kommt ihn nich innet Haus! Weiße Bescheid, ne? Ich wette, der weiß gaa nich, wat dat übahaupts is.
Jenfalls denk ich mich, dat viele Leute um diese Zeit vlleich Trost suchn tun in sonne idüllische Liedkes. Et gibt ja auch so viele Bekloppte und so viel Fieset inne Welt – Kriege, Hunga, Wettakatastrofn und wat weiß ich noch allet – brauchße dich ja nua die Nachrichtn ankuckn.
Da wolln sich die Leute gerne bedudln lassn mit Friede – Freude – Eiaküchskes. Ma allet wechdrängn, wat eim die Stimmung vamiesn könnte. Davon is dat ganze Jahr üba eimfach zu viel aufgelaufn!
Stattdem lieba her mit Lichakettn, lauschige Musik und hüggeliche Atmesfähre zu Hause. Hüggelich is ein Trend aus Dänemaak. Dat bedeutet so viel wie gemütlich, kuschlich. Da tuße dich in deine Schafwolldecke einhülln, anne Füße selbzgemachte Filzpantöffelkes, und aum Tisch waatet der hochprozentige Punsch und die Speckelatius mit dat schöne Musta, watte noch vonne Oma has (die hasse hatüalich schon im Novemba gebackn, ne). Und ’n gutet Buch dabei. Und währntdem kümmat sich dein Mann um dat Bäumsken, die Kinda räum dat Haus auf und du has den Kattofflsalat gestern schonn gemacht, und die Wüarskes kannze späta noch schnell warm machn. Die Geschenke hasse schon im Somma gekauft, und dat Essen fürn erstn Weihnachtstach musse nur noch auftaun. Hach Kinda, wie isset doch zu schön!
Getz ma im Ernst: Wo isset denn so an Weihnachtn? Bei die meistn tut et doch wohl andas aussehn, oda? Ich jenfalls kenn kaum ne Familie, bei die et so ablaufn tut. Ganz innet Gegnteil. Bei manche frach ich mich sogaa, ob die sich vlleich bald scheidn lassn tun?
Aba man kann ja auch ma am träum anfang und sich ‘n bissken wenicha Stress und mehr Gemütlichkeit wünschn. Warum denn nich? Wer sollte mir dat wohl vabietn? Unsa Opa hat imma gesacht: Jeda iss seinet Glücks eigner Schmied. Und so isset und so musset bleim. Wat die andan sagn, is nich wichtich. Wenn Sie sich weniga Stress wünschn, machnSet! Die Bude muss nich tippitoppi geputzt sein, wenn Besuch komm tun – die wird doch dann sowieso widda dreckich. Und die Gäste könn selbz auch wat mitbringn – so ham alle wenicha Aabeit. Dann muss man sich bloß vorher kurz absprechn, wer wat macht, sonz stehße da mit acht Kattoffelsalate!
Und wenn die Gäste partut nich gehn wolln, eimfach sagn: Kallleinz, war dat unsre letzte Flasche Wein? Meist klappt dat …
So, getz isset aba gut mit dat alte Jahr! Dat neue wird viel bessa, ich sach et Sie! Allet Gute und vor allem Gesundheit wünscht Sie
Ihre Elsbeth Paselewski
(1. Januar 2026)
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